Manchmal habe ich das Gefühl, nicht alle lieben mich so richtig bedingungslos
Diese E-Mail erreichte mich Anfang Mai und hat mich sehr traurig gemacht. Wie kann man nur so missverstanden werden.
NACHRICHT: Sehr geehrter Herr Grünwald,
ich habe am Samstag, den 24. April mit einigen Freunden (z.T. mit Ehefrauen) Ihre Darbietung in Abensberg besucht. Leider kann ich nicht in dem an dieser Stelle wahrscheinlich üblichen Chor: "Super, Klasse, toll, bingo" mit einstimmen. Ihre Ausführungen haben mich doch sehr betroffen gemacht.
Allerdings bin ich auch selber schuld, denn ich bin ein treuer Zuschauer des Bayerischen Fernsehens und schaue mir freitags abends nach dem "Königlich Bayerischen Amtsgericht" gerne die Kabarett- und Comedysendungen (Otti's Schlachthof, Kanal fatal, Kabarett aus Franken) an. Somit kannte ich bereits Ihren Stil und Ihr Niveau; ich kam also nur mit, um gegenüber meinen Freunden kein Spaßverderber zu sein.
Zunächst zu Ihrer Information: Ich bin von Beruf Landwirt. Nach Ihrem Jargon "Bauern-Fünfer" oder "Gülleprinz", der mit selbsgeschnitzten Holzlöffel aus einer rostigen Heringsbüchse frißt" und beim "Itaker" "Nudeln alldente" bestellt. Dass Sie unseren Berufsstand derart diffamieren, kann ich mir nicht erklären, liegt aber im Trend. Schließlich waren es wir Bauern, die die Menschen seßhaft gemacht haben. Wir mühen uns ab, um die Menschen zu ernähren mit einer Wochenarbeitszeit und einem Stundenlohn, wovon Sie sicher keinen blassen Schimmer haben. Sicherlich sind Sie der Meinung, dass man ohne weiteres auf die deutsche oder europäische Landwirtschaft verzichten kann. Alle Nahrungsmittel sind super billig ab Hafen Rotterdam zu haben. Am billigsten sind sie aus den Ländern, in denen Menschen hungern und verhungern. Schließlich brauchen die dortigen korrupten und krimminellen Mächtigen Devisen, um in Gegenzug deutsche Luxusautos für sich zu kaufen. Wie Sie zu dem Problem Hunger in der Welt stehen, haben Sie ja in Ihrer Einlage "Brot statt Böller" ausführlich erörtert. Lebensmittel kann man sicher importieren, die Kulturlandschaft aber nicht. (Woher die Zutaten für den "Weißwurst-Baz" für Ihr Silvester-Orakel stammen, wissen Sie sicher auch nicht!)
Als besonders widerlich finde ich Ihre verbalen Attacken gegen die Kirche und ihre Priester. Bei Ihrem Beitrag über die Zeugen Jehovas fordern Sie, dass jeder glauben kann was er will, aber die anderen in Ruhe lassen soll. Andererseits treten Sie die religiösen Gefühle gläubiger Menschen mit Füssen. Falls Sie religiöse Minderheiten (z. B. Juden oder Moslems) angegriffen hätten, wäre das sicher der lokalen Presse (Mittelbayerische Zeitung)einen Artikel wert gewesen; wenn man allerdings gegen die Mehrheit, die Christen, hetzt, regt sich niemand auf. Es ist einfach "in", gegen die Kirche zu lästern! Schließlich ist die Kirche von Anfang an verfolgt worden. Christus sagte vor seiner Himmelfahrt: "Ich bin bei euch bis zum Ende aller Tage", d. h. Herr Grünwald und Konsorten werden sie nie ganz abschaffen können!
Ich selbst betrachte mich als religiösen Menschen und ausgesprochen interssiert und tolerant gegenüber anderen Religionen. Sie können es mir glauben, einer meiner besten Freunde ist bekennender Atheist. Wir diskutieren oft und gerne über dieses Thema, ohne sich gegenseitig zu verletzen (Geht auch!).
Ihr Glauben beschränkt sich darauf, dass zwei Pfund Rindfleisch eine gute Suppe ergeben. Ich finde durch die Religion unterscheiden sich die Menschen von den Tieren. Denn Fressen, Saufen und Vögeln tun auch die Tiere (z. B. die Fische im Wasser).
Warum ich überzeugt bin, dass das Christentum die wahre Religion ist, liegt vor allem daran, dass Christus als einziger Religionsstifter prophetisch angekündigt worden ist. Der Prophet Jesaja weissagte schon 700 v. Chr., dass Jesus hauptsächlich in Galiläa wirken werde, dass er viele Kranke, Blinde und Aussätzige heilen würde; er beschrieb auch bis in Detail die Art und Weise seines Leidens und Sterbens, inkuslive der Bitte um Vergebung für seine Mörder. Der Prophet Micha nannte um 500 v. Christus seinen Geburtsort Bethlehem und Sacharja prophetzeite, dass er für dreißig Silberstücke verraten würde. Diese Bücher waren keine Geheimschriften, sondern für eine breite Bevölkerungsschicht zugänglich. In den heiligen Bücher der anderen Religionen wurde über keinen der Religionsstifter (z. B. Budda, Konfuzius oder Mohammed) je eine solche Weissagung gemacht, geschweige denn, dass diese sich auf bis ins Detail erfüllt hätte. In keiner anderen Religion ist Gott in die Geschichte eingetreten. (Es gibt auch nichtchristliche Quellen, dass Jesus Christus existiert hat.) Die letzten Worte Buddas sollen gewesen sein: "Ich habe es nicht geschafft!" Jesus aber sagte, bevor er am Kreuz für uns starb: "Es ist vollbracht!" Professor Simon Greenleaf von der Harvard University hat das Phänomen der Auferstehung jahrelang untersucht und kam zu dem Ergebnis, dass die Auferstehung Christi besser belegt sei als beispielsweise die Schlacht von Waterloo. Budda (mit bürgerlichem Namen Gautama Shakiamuni) ist seit 480 v. Chr. tot und Mohammed wurde 632 n. Chr. zu Grabe getragen - Jesus aber lebt!
Sie haben in Ihrer Darbietung angedeutet, Sie wären 1982 aus der Kirche ausgetreten. Da befinden Sie sich in aller feinster Gesellschaft, denn das haben auch viele Nazis und ihre Helfershelfer auch getan. Und bei den Genossen im Arbeiter- und Bauernstaat war es auch sehr von Vorteil, religionslos zu sein, wenn man Karriere machen wollte.
Am allerschlimmsten allerdings fand ich, wie Sie über die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria, die Schutzpatronin Bayerns, hergezogen sind. Gott lässt seiner nicht spotten. Ich kann Ihnen versichern, eines Tages findet der Herrgott jeden von uns und Sie wird er auch finden. Ob das dann so lustig sein wird, wie von Ihnen geschildert, das glauben Sie doch selber nicht.
Jedenfalls liegen Sie voll im Trend. In unserer Spaßgesellschaft werden moralische und ethische Werte noch weiter verfallen, während Egoismus und Gottlosigkeit zunehmen werden. Sie werden mit Ihrem Programm noch viel Geld verdienen; natürlich nicht mehr mit mir, aber ich denke, auch mich können Sie auch verzichten!
Ich habe bei uns in Abensberg schon Kabaretts von Erwin Pelzig (2 x), Ottfried Fischer und Gerhard Polt mit der Biermösl-Blosn besucht. Wir haben dort Tränen gelacht. Ihre Kollegen sticheln halt gegen die Politiker und halten auch uns einen Spiegel vor. Es geht auch ohne Blasphemie!
Ich wollte mir das nur mal von der Seele schreiben. Obwohl Sie gesagt haben, es kümmere Sie nicht, was auf Ihrer Homepage landet, bin ich sehr auf Ihre oder Ihres Anwalts Antwort gespannt. Leben Sie wohl, gut und lang!




